beckercordesstiftung
Visualisierung des Krankenhauses in Kivoga, Burundi, dessen Bau wir unterstützen.
Liebe Freunde und Freundinnen, liebe Förderer der Becker/Cordes Stiftung!
Es scheint eine Ironie des Schicksals zu sein, dass in der schwierigen weltpolitischen Situation, in der wir derzeit leben, das Vermögen unserer Stiftung sich sehr positiv entwickelt. Bereits im zweiten aufeinanderfolgenden Jahr erzielen wir eine Steigerung unseres Anlagevermögens von über 10 Prozent. Dies versetzt uns in die glückliche Lage, unser Partnerprojekt in Burundi in größerem Umfang als bisher unterstützen zu können. Über diese positive Entwicklung, wie auch über unsere langjährigen Projekte in Indien und in Tanzania, wollen wir Euch heute berichten.

BURUNDI
Eigentlich hatten wir im letzten Jahr geplant, den Neubau eines Schulgebäudes in Kivoga zu finanzieren. Damit sollte ermöglicht werden, die Berufsschule im Hotel- und Gaststättengewerbe, die wir seit sieben Jahren fördern, so zu erweitern, dass eine dreijährige Ausbildung angeboten werden kann. Aufgrund der Limitierung bei den Klassenzimmern und Nebenräumen konnte bis dato nur eine einjährige Ausbildung umgesetzt werden.
Parallel hatte unser Kooperationspartner Project Human Aid auf ausdrücklichen Wunsch der örtlichen Bevölkerung den Gedanken verfolgt, ein Krankenhaus in Kivoga zu bauen, um die Basisgesundheitsversorgung für die rd. 10.000 Menschen in seinem Einzugsbereich zu gewährleisten.
Um hier Kräfte zu bündeln, haben wir nach reiflicher Überlegung beschlossen, den Neubau des Schulgebäudes zurückzustellen und uns stattdessen mit rd. 150.000 Euro zur Hälfte am Bau des Krankenhauses zu beteiligen. Eine Delegation von Project Human Aid war kürzlich in Kivoga und konnte die Fortschritte bei den vorbereitenden Erdarbeiten begutachten.
Markt in Kivoga. Um 18 Uhr wird es dunkel. Inzwischen gibt es solarbetriebene Lichter.
Natürlich haben wir uns oft gefragt und auch mit dem Kuratorium unserer Stiftung besprochen, ob es nicht zu riskant ist, in einem politisch derartig instabilen Land wie Burundi in ein Gebäude zu investieren, bei dem noch nicht einmal mit Sicherheit geklärt ist, ob es jemals möglich sein wird, die laufenden Kosten aus den Einnahmen der zukünftigen Patientinnen und Patienten zu decken. Doch der Blick auf die erfolgreiche Vermögensverwaltung hat uns auch über die ungerechte Verteilung des Wohlstandes auf der Welt nachdenken lassen. Sollen die Menschen in Kivoga, die ohnehin schon mit einer korrupten Regierung und einem Platz ganz am Ende der internationalen Armutsskala zu kämpfen haben, weiterhin auf ein einfaches Krankenhaus verzichten müssen, weil sie keine Sicherheiten bieten können?
Also sind wir das Risiko eingegangen und hoffen nun, dass das Krankenhaus Ende 2026 in Betrieb genommen werden kann.
Auch die Berufsschule für Mädchen und junge Frauen in Kivoga haben wir in diesem Jahr erneut gefördert – wenn auch weiterhin nur im Rahmen der bisherigen einjährigen Ausbildung. Der Zuschuss wurde für Unterrichtsmaterialien, Lebensmittel für den Praxisunterricht, Verpflegung der Schülerinnen sowie Gehälter verwendet.



INDIEN
In fünf Dörfern im Distrikt Aurangabad, Bundesstaat Maharastra, geht eine dreijährige Phase unseres Langzeitprojektes „A Chance for Girls“ dem Ende entgegen. Im letzten Projektjahr wurden insbesondere die Trainingsmöglichkeiten für Frauen sowie die Unterstützung ihrer Geschäftsideen mit Kleinkrediten ausgebaut. Hierzu gehörte neben Themen wie „klimaresiliente Landwirtschaft “ und „ausgewogene Ernährung“ auch eine Grundausbildung in Friseurhandwerk und Schönheitspflege.
Für eine neue Projektphase von wiederum 3 Jahren (2026-2028) hat unsere lokale Partnerorganisation, der Sampada Trust, wiederum einen Förderantrag eingereicht. Die Projektleiterin Preetilata Gaikwad schreibt über das Projekt:
„Die Initiative reagiert auf zentrale Entwicklungsprobleme, die durch Vor-Ort-Besuche und Gespräche mit den Gemeinden identifiziert wurden. In ländlichen Haushalten mangelt es weiterhin an Zugang zu Bildung, Einkommensmöglichkeiten und grundlegender Gesundheitsversorgung. Frauen und Mädchen verfügen oft über unzureichende Informationen zu Müttergesundheit, Menstruationshygiene und Ernährung. Kinder verpassen wichtige Impfungen und frühkindliche Ernährungsangebote. Gleichzeitig sind die lokalen Gesundheitszentren schlecht ausgestattet und personell unterbesetzt.
Ein großes Problem ist die saisonale, oft notbedingte Arbeitsmigration vieler Familien. Durch häufige Ortswechsel werden Gesundheitsversorgung, Impfungen, frühkindliche Betreuung und Bildung unterbrochen, was insbesondere Kinder, Frauen und Jugendliche gefährdet.
Vor diesem Hintergrund stärkt das Projekt gemeinschaftsbasierte, selbsttragende Strukturen: Es fördert Selbsthilfegruppen, verbessert das Gesundheits- und Ernährungsbewusstsein und unterstützt inklusive, partizipative Entwicklungsprozesse. Ziel ist es, gesündere, widerstands-fähigere ländliche Gemeinschaften aufzubauen.
Das Projekt wird in 15 Dörfern umgesetzt – 10 im Block Gangapur (Distrikt Chhatrapati Sambhajinagar) und 5 im Block Ambajogai (Distrikt Beed). Bereits von 2012 bis 2014 wurde in der Region Ambajogai gemeinsam mit WOTR die Initiative „Save the Girl Child“ von der Becker Cordes Stiftung und dem Rotary Club Hagen-Lenne realisiert.“
Wir sind sehr froh darüber, mit Preetilata und dem Sampada Trust äußerst zuverlässige, langjährige Partner in Maharastra gefunden zu haben, denen unser Projekt seit vielen Jahren genauso am Herzen liegt wie uns!

TanZania
Auch in diesem Jahr haben wir wieder die Kinderkrebsstation in Dar es Salaam, Tanzania unterstützt. Unsere Partnerorganisation „We are TLM“ (https://www.wearetlm.org/) leistet großartige Arbeit in einem schwierigen Umfeld in einem großen Land. TLM bedeutet „Tumaini La Maisha“, was wörtlich übersetzt „Hoffnung auf Leben“ oder frei „Their Lives Matter“ heißt.
Übersicht Betreuung von krebskranken Kindern in Tanzania
Wie weit das Team um die irische Ärztin Trish Scanlan gekommen ist, zeigt dieses Bild, welches die Abdeckung des Landes durch die verschiedenen Maßnahmen darstellt. Wir werden auch weiterhin dieses Projekt gerne unterstützen, indem wir die Fahrten und den Transport zwischen den Regionen mitfinanzieren.

FAZIT
Insgesamt konnten wir in diesem Jahr für unsere Projekte 107.842,16 € bereitstellen, wobei fast 68.000 € auf den Bau des Krankenhauses in Kivoga entfielen. Trotz der positiven Entwicklungen am Kapitalmarkt sind auch die Spenden aus dem Kreis unserer Unterstützerinnen und Unterstützer von unschätzbarem Wert für uns. Sie ermöglichen uns, die Projekte ausreichend zu finanzieren und so einen kleinen Beitrag zu einer gerechteren Gestaltung unserer Weltgemeinschaft zu leisten.
Wir bedanken uns für Ihr / Euer Vertrauen und versichern Euch gerne, dass wir uns persönlich dafür einsetzen, dass die Spendengelder bei den Menschen ankommen werden, die auf unsere Unterstützung angewiesen sind.
Wir wünschen allen eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins Jahr 2026.
Mit herzlichen Grüßen,

Hiltrud und Tillmann Cordes